Mitten im Braunkohle-Revier des Rhein-Erft-Kreises, westlich von Köln gelegen, befindet sich die Stadt Kerpen.
Geschichte
Kerpen mit seinen rund 65.000 Einwohnern kann auf eine lange Geschichte zurück blicken. Bereits im Jahre 871 wurde "Kerpinna" erstmalig urkundlich erwähnt. Einst brabantische Enklave des Erzbistums Köln, dann dem Herzogtum Burgund und den Habsburgern zugehörig, fiel Kerpen 1522 an den König von Spanien. Bis 1712 stand die Eifelstadt dann unter spanischer Herrschafft, wurde jedoch zusammen mit Lommersum unter dem Grafen von Schaesberg zur eigenständigen Reichsgrafschaft. Erst in Zeiten der französischen Revolution und dem Einmarsch der französischen Truppen verlor Kerpen die Eigenständigkeit und wurde nun diesbezüglich zur Kantonsstadt des Kölner Département de la Roer erklärt. 1815, nach dem Wiener Kongress, wurde die Nordrhein-Westfälische Stadt dann zur Preußischen Rheinprovinz des Kreises Bergheim/Erft erklärt. 1941, inmitten des Zweiten Weltkrieges, erhielt Kerpen dann schlussendlich die Stadtrechte.
Wirtschaft
Kerpen, mit seinen 12 Stadtteilen auf einer Fläche von 113,94 km², ist geprägt von den umliegenden Braunkohle- Abbaugebieten. Tieftagebau und auch das Braunkohlekraftwerk auf dem Villerücken, einem Höhenzug zwischen Eifel und Erft, bietet vielen Kerpenern hier Arbeitsplätze.
Sehenswürdigkeiten
Auch landschaftlich hat Kerpen und der Rhein-Erft-Kreis einiges zu bieten. Über vierzig Naturschutzgebiete, wie beispielsweise der Bürgewälder Dickbusch, der Lörsfelder Busch und die Kiesgrube Steinheide, laden zu ausgiebigen Spaziergängen oder Wanderungen ein. Auch der Boisdorfer See, Hochwasserrückhaltebecken der Erft, bietet sich für die Naherholung an. Ein Naturschauspiel und ebenfalls einen Besuch wert ist auch das Rekultivierungsgebiet des einstigen Braunkohletagebaus Frechen. Das sogenannte Marienfeld, eine Naturlandschaft mit zahlreichen Seen machte schon im Jahre 2005, am damaligen Weltjugendtag mit Besuch des Papst Benedikt XVI, von sich reden. Einbezogen in die von Köln ausgehende Pilgertrasse "Jacobsweg" wird hier der Papsthügel, auf dem ein in Kürze entstehender Gastronomiebetrieb Pilgern und Touristen eine Einkehr ermöglichen soll.
Berühmte Stadtkinder
Kerpen hat einige berühmte Persönlichkeiten hervor gebracht. Ludwig van Beethoven beispielsweise, hat sich Kerpen für einige Jahre als Wohnsitz auserkoren. Dem Komponist wird hier nachgesagt, seiner Liebe Hofrätin Helene von Breuning bis nach Kerpen nachgereist zu sein. Aber auch Adolph Kolping, Gesellenvater, Priester und Gründer des Kolpingwerk ist mit dem Erftstädtchen von Geburt an verbunden gewesen. Im Adolph-Kolping Museum kann eine diesbezügliche Zeitreise erfolgen.
Ralf & Michael Schumacher
Über alle Landesgrenzen hinweg bekannt geworden ist Kerpen jedoch durch die Schumacher-Brüder Michael und Ralf. Die Formel-1-Rennfahrer sind geboren und aufgewachsen in Kerpen-Manheim. Rennsportbegeisterte und Kartliebhaber können sich auf der Kartbahn "Erftlandring" über die Formel-1-Brüder informieren, riskante Rennen fahren und vielleicht ja auch den einen oder anderen Rennfahrer der Schumacher-Familie kennenlernen.
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